9 Antworten zum Brexit

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9 Antworten zum Brexit

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Die Briten wollen raus aus der EU. Wieso, warum, weshalb? Und was passiert im Fall der Fälle?

Nr. 1 Was ist eigentlich der Brexit?

Brexit = Britain + Exit. Am 23. Juni entscheiden die Briten per Volksabstimmung darüber, ob sie Mitglied der Europäischen Union bleiben wollen oder ob es zum Austritt kommt.

Nr. 2 Warum wollen die Briten raus aus der EU?

Zuwanderungspolitik und Schuldenkrise im Euroraum liesen die Skepsis der Briten gegenüber der EU wachsen. Besonders in der Kritik stehen die in der EU anfallenden Zölle und Regulierungen im Handel. Großbritannien weigert sich nach wie vor, den Euro als Zahlungsmittel einzuführen. Begründet wird dies mit der Sicherstellung der wirtschaftspolitschen Selbstständigkeit.

Nr. 3 Wie stehen die Chancen?

In den Umfragen liegen beide Lager derzeit eng beieinander. Die Mehrheit der Briten wollen den Brexit, ca. 39 Prozent sind für den Verbleib in der EU.

Nr. 4 Wie funktioniert ein EU-Austritt?

Grundsätzlich ist jedem Staat der EU-Austritt erlaubt. Geregelt ist die Austrittsklausel im „Vertrag von Lissabon“. Um auszutreten, muss Großbritannien dies dem Europäischen Rat offiziell mitteilen. Anschließend werden Verhandlungen in Gang gesetzt mit dem Ziel, ein Abkommen zu schaffen. Dieses Abkommen stellt anschließend den Rahmen für zukünftige Beziehungen des Austrittsstaates zur Europäischen Union dar.

Nr. 5 Welche Folgen hätte der EU-Austritt für die Briten?

Bei einem Austritt müsste Großbritannien ein neues Handelsabkommen mit der EU abschließen. Die Zölle für importierte Waren aus anderen EU-Ländern würden im Falle des Brexit steigen, das Pfund wiederum würde an Wert verlieren. In Folge würden viele in der Finanzmetropole London angesiedelte Banken in die Euro-Zone umsiedeln, beispielsweise nach Frankfurt.

Nr. 6 Welche Möglichkeiten hat Großbritannien im Falle des Brexit?

Großbritannien könnte sich dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) anschließen – damit wäre der Zugang zum Europäischen Binnenmarkt gesichert. Allerdings gelten im EWR die gleichen Rechte und Pflichten wie in der EU, das Mitbestimmungsrecht hingegen entfällt.
Die zweite Möglichkeit wäre ein bilaterales Abkommen, ähnlich dem Modell in der Schweiz. Auch dabei entfällt das Mitbestimmungsrecht bei EU-Regeln. Bilaterale Abkommen sind sehr aufwändig und bürokratisch, dafür können einzelne Aspekte detailliert festgelegt werden.

Nr. 7 Welche Folgen hätte der Brexit für die EU?

Insgesamt würde der Austritt Großbritanniens die Außenpolitik der EU schwächen, da das Land eine bedeutende wirtschaftliche und militärische Macht hat. Auch könnten sich Austrittsbefürworter aus anderen EU-Ländern gestärkt fühlen. Und die Probleme im Zusammenhang mit Euro- und Flüchtlingskrise werden dadurch sicherlich nicht einfacher zu bewältigen.

Nr. 8 Wird es auch Auswirkungen auf Deutschland geben?

Ja! Sämtliche EU-Vergünstigungen fallen beim Brexit weg. Das heißt: höhere Roaming-Gebühren und teurere britische Waren. Reisen nach Großbritannien könnten durch das schwache Pfund zwar billiger werden, ggf. kommt es aber zur Visa-Pflicht. Die Börse würde beben, da Investoren ihr Geld aus dem Land abziehen würden. Und: die Gelder in der EU müssten neu verteilt werden, für Deutschland bedeutet das satte 2,5 Milliarden mehr, die an die EU überwiesen werden müssten.

Nr. 9 Merkt München was vom Brexit?

In München fürchten sich insbesondere Autobauer vor dem Brexit.
Mini und Rolls Royce – die Tochterfirmen von BMW – haben gleich drei Standorte in Großbritannien mit insgesamt 24.000 Mitarbeitern. Der Brexit könnte den Handel verkomplizieren und zu einem schlechteren Fahrzeugverkauf führen.